Entdeckungsreise durch die Fastenzeit. Das Leiden Christi erklärt am Turiner Grabtuch

17. Februar 2021
Quelle: Distrikt Österreich
Gemälde eines unbekannten Künstlers: Das Angesicht Christi in der Kirche San Giuseppe. (Bild Renata Sedmakova)

Kommen Sie mit uns auf eine spannende Reise durch die Fastenzeit des Jahres 2021! In den kurzen Artikeln dieser Serie, die wir wochentags (Montag bis Samstag) veröffentlichen, begleiten wir Sie durch die Fastenzeit und lesen dabei gemeinsam im „Fünften Evangelium“. 

Dass ich wieder sehen kann…

Erinnern Sie sich an das Evangelium vom vergangenen Sonntag? Wir hörten von einem Blinden, der auf dem Weg saß, auf einer belebten Pilgerstraße, die von Jerusalem nach Jericho hinunterführte.  Der Blinde saß da und war ein Gefangener seiner vermeintlich ewigen Dunkelheit. Vielleicht haben uns die Ereignisse des letzten Jahres auch zu Gefangenen gemacht, sie haben uns nicht nur in unseren Häusern und Wohnungen eingesperrt, sondern auch in unseren Gedanken. Vielleicht denken wir zu viel nach über das, was wir verloren haben und das, was wir noch verlieren könnten? Haben wir so vielleicht den Blick für das Wesentliche verloren, haben das Ziel aus den Augen verloren?

Heute ist Aschermittwoch und vor uns liegen die vierzig Tage der Fastenzeit, eine Zeit des Verzichts und zugleich eine Zeit ungeahnter Gnaden, wenn, ja wenn wir die Zeit zu einer „Kurskorrektur“ zu nutzen wissen. Schon immer war die Fastenzeit die Zeit, in der uns die Kirche zur Betrachtung von Jesu Leiden und Tod aufforderte und uns so zum wahren Verständnis der Auferstehung führen wollte.

Ein Tuch, das zu uns in der Sprache der Wissenschaft spricht

Die Betrachtung der Passion - das wollen wir auch in dieser Artikelserie tun und zwar anhand eines Gegenstandes, der zu uns heutigen Menschen in der Sprache der Wissenschaft spricht, in einer Sprache, die uns verständlich ist, die uns zugänglich ist. Mir legt sich der Gedanke nahe, dass unser Herr diesen Gegenstand, diesen Schatz, für unsere Zeit aufbewahrte, eine Zeit, die von einem beispiellosen Glaubensabfall geprägt ist, in der die Flamme des Glaubens scheinbar am Erlöschen ist.  In diesem Schatz, in dem wir wie in einem Buch lesen können - fast müsste man ihn das „Fünfte Evangelium“ nennen -  entdecken wir seit 120 Jahren immer neue und aufregende Kapitel, die uns Jesu Leiden und Tod so drastisch vor Augen führen, wie es kein Gemälde, keine Skulptur je konnte. Es handelt sich um ein Stück Leinen: das Turiner Grabtuch.

Dem Turiner Grabtuch wollen wir uns in diesem Fastenkalender widmen und vielleicht können wir am Ende der Fastenzeit noch besser verstehen, wie unbegreiflich groß die Liebe unseres Herrn Jesus Christus zu uns sein muss und wie wir Seine Liebe in diesem unseren Leben beantworten könnten. Der Blinde von Jericho antwortete dem Herrn auf die Frage, was er von Ihm wolle „Dass ich sehe!“ Seine Bitte wurde erfüllt. Vielleicht ist das eine Bitte, die auch wir dieser Fastenzeit des Jahres 2021 voranstellen könnten?