„Viva Cristo Rey!“ – „Es lebe Christus, der König!“ Wallfahrt in Mexico-City

15. Dezember 2021
Quelle: Distrikt Deutschland

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. durfte am 31. Oktober 2021 in Mexiko-Stadt ihre jährliche Wallfahrt zu Ehren des Christ-Königs abhalten. 1.600 Gläubige nahmen daran teil.

Der Pilgerweg führte zehn Kilometer von der Plaza de Santo Domingo zur Erscheinungsbasilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe.

Die hl. Messe mit den Pilgern wurde im Konvent der „Mínimas“, der „Franziskanerinnen von der Immerwährenden Hilfe“, gefeiert.

2021 jährt sich der 500. Jahrestag der spanischen Eroberung des Aztekenreiches. Hernán Cortés nahm die Hauptstadt Tenochtitlán – das heutige Mexico-City – ein und zerstörte den „großen Tempel“, bei dessen Einweihung bis zu zwanzigtausend Kriegsgefangene als Menschenopfer umgebracht worden waren.

Hernán Cortés legte den Grundstein für das Vizekönigreich Neuspanien und holte Priester und Ordensleute ins Land, um den katholischen Glauben zu predigen.

Im Dezember 1531 erschien im Stadtviertel Guadalupe, am nördlichen Stadtrand von Mexico-City, dem heiliggesprochenen Indio Juan Diego Cuauhtlatoatzin (1474–1548) viermal „die Mutter des einzig wahren Gottes“.

Durch die wunderbare Erscheinung Mariens und das Gnadenbild, das sie im Umhang des hl. Juan Diego zurückließ, bekehrten sich innerhalb weniger Jahre Millionen Indios zum Christentum.

„Fünfhundert Jahre sind bereits seit der Vollendung der spanischen Eroberung der Gebiete des alten Tenochtitlán vergangen, ein Moment, von dem an durch die Gnade Gottes das Kreuz Jesu Christi in allen Schichten und Bereichen der Gesellschaft Einzug hielt. Von diesem Kreuz, das jeden Tag auf den Altären unzähliger Kirchen, Kapellen und Kathedralen aufgerichtet wurde, erhielt die neuspanische Gesellschaft reichlich Gnaden für ihr Ringen um den Himmel. Es war der Beginn der Erlösung einer antiken Gesellschaft, die zwar sozial, politisch und religiös strukturiert war (es gab sogar den Begriff des Opfers, wenn auch korrumpiert), aber in die Irre ging, weit weg von der Wahrheit und außerhalb der Erkenntnis der vom Sohn Gottes geoffenbarten Lehre“ (Pater Distriktoberer Pierre Mouroux).

300 Jahre blieb die Gesellschaft Mexikos katholisch. Nach der mexikanischen Unabhängigkeit 1822 wurde spätestens 1859 die strikte Trennung von Staat und Kirche vorgeschrieben. Der Nuntius des Heiligen Vaters wurde ausgewiesen, die Zivilehe, Ehescheidung, glaubenslose Schulen und umfangreiche laizistische Maßnahmen wurden eingeführt. Spätestens 1917 wurde die Kirche völlig vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, ja ihr der Status einer juristischen Person aberkannt. Sie hatte keine Besitzrechte an ihren Gebäuden mehr, die Orden bzw. die Gelübde wurden verboten, die kirchlichen Schulen geschlossen, den Priestern das Wahlrecht aberkannt. Nach 1926 wurde die Gottesdienstaufsicht des Staates eingeführt, die letzten Klöster wurden konfisziert und Priester nur zugelassen, wenn sie „verheiratet“ waren. Die Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der katholischen Bevölkerung gipfelten in dem 1926 beginnenden Bürgerkrieg, dem Cristero-Aufstand, der 1929 blutig niedergeschlagen wurde.

Priester und katholische Laien wurden auf der Straße ermordet. Denken wir an den seligen Pater Miguel Pro SJ, der 1927, der die hl. Messe im Untergrund feiern musste und 1927 hingerichtet wurde.

Mehrfach erhob Pius XI. die Stimme gegen die Verfolgung der Kirche in Mexiko. Erst später entspannte sich die Situation.

Aus dieser Zeit stammt die große Verehrung der katholischen Mexikaner für den Christ-Königs-Gedanken. „Du sagst, dass ich ein König bin. Dazu bin ich geboren und dazu bin ich in die Welt gekommen, um die Wahrheit zu bezeugen. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Joh 18,37)

Wie viele Martyrer starben mit dem Ruf „Es lebe Christus, der König! Es lebe die Jungfrau von Guadalupe!“ auf den Lippen? Mariens Bild ist in fast allen Häusern des Landes zu finden, und an ihrem Festtag, dem 12. Dezember, kommen Millionen Menschen zu Unserer Lieben Frau von Guadalupe, die auch genannt wird: die Kaiserin beider Amerika.