Epistelseite: Kindermord und Flucht nach Ägypten

Auf der Epistelseite befinden sich mit dem Kindermord zu Bethlehem und der daran anschliessenden Flucht nach Ägypten Szenen aus der Kindheit Jesu. Diese Darstellungen erinnern an das fünfte Merkmal der Kirche, die unser Patron, der heilige Papst Pius der X., den anderen vier Kennzeichen einst hinzufügte. Diese fünfte Note ist das Verfolgtsein und rührt von der Tatsache her, dass die Kirche durch alle Zeiten hindurch mehr oder weniger heftig verfolgt worden ist.

Herodes‘ Lüge, dass er den Erlöser anbeten wolle, wird durch ein Gefäss in seiner Hand dargestellt, das leicht geöffnet ist, und aus dessen Öffnung eine Schlange hervorschaut. Aus Herodes‘ Kopf ragen Würmer heraus. Dies soll gewissermassen einen „Unheiligenschein“ darstellen im Gegensatz zu einem Heiligenschein. Die Würmer sind aber auch eine Anspielung auf seinen speziellen Tod. Er ward nämlich von Würmern zerfressen. Der Kindermord von Bethlehem wird nur durch eine einzelne Person verkörpert. Dass viele Kinder umgebracht wurden, wird unten rechts verbildlicht. Das Schreckliche wird hier nur angedeutet, d. h. die getöteten Kinder scheinen eher zu schlafen, und das vergossene Blut wird durch rotfarbene Tücher dargestellt.

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