25. April - Hl. Markus

Der heilige Markus ist uns aus verschiedenen Schriften des Neuen Testamentes und der altchristlichen Literatur bekannt. Er war von Geburt Jude. Sein hebräischer Name war Johannes. Er war der Sohn einer Maria, deren Haus zu Jerusalem der christlichen Gemeinde als Versammlungsort diente. Petrus, aus dem Kerker befreit, begab sich dorthin.

Markus mochte wohl jener Jüngling gewesen sein, von dem heißt: „Ein Jüngling aber folgte ihm (dem gefangenen Heiland) angetan mit einem Linnen-Gewand auf dem bloßen Leib und sie ergriffen ihn. Er aber warf das Linnen-Gewand von sich und floh nackt von ihnen.“ - denn diese, für die weitere Erzählung bedeutungslose Episode bildet in der Darstellung der Leidensgeschichte den einzigen geschichtlichen Zug, den das zweite Evangelium nicht mit einem der beiden anderen synoptischen Evangelien teilt und berechtigt daher zu der Annahme, dass hier von dem Verfasser ein eigenes Erlebnis eingeflochten ist.

Das Zeugnis des Papias, dass Markus kein persönlicher Jünger Jesu, das heißt, wie wir sehen werden, Kein Augen- und Ohrenzeuge der von ihm berichteten Heils-Tatsachen gewesen ist, steht dieser Annahme durchaus nicht entgegen. War aber Markus jener Jüngling, dann liegt es auch nahe, dass er der Sohn des Hauses war, in dem der Heiland das letzte Abendmahl gefeiert hat und dass dieses Haus, das die älteste Überlieferung schon auf den Sion verlegt und „die Mutter aller Kirchen“ genannt hat, identisch war mit dem Haus der Maria, der Mutter des Markus, in dem die christliche Kirche von Jerusalem nach sich versammelt hatte.

Es scheint, dass der hl. Petrus den Markus unterrichtet und getauft hat, da er ihn seinen Sohn nennt. Die Väter nennen ihn den Schüler, Begleiter und „Dolmetscher“ des hl. Petrus, insofern er längere Zeit das von Petrus aramäisch Vorgetragene mündlich übersetzte und sie bezeugen, dass er bei dessen Predigt in Rom anwesend war.

Da nun Petrus nach der allgemeinen Überlieferung zuerst unter Claudius im Jahre 42 nach Rom gekommen ist, und wenn je, so damals eines Dolmetschers bedurfte, so ist die erste Ankunft des Markus in Rom wohl ins Jahr 42 zu setzen…

Sein Anschluss an Barnabas und Paulus ist dann nach seiner Rückkehr aus Rom erfolgt. Als nämlich sein Verwandter Barnabas und Paulus im Winter 44/45 (oder 45/46) eine Kollekte nach Jerusalem überbracht hatten, nahmen sie Markus von dort nach Antiochien mit. Dann finden wir ihn alsbald als Begleiter dieser beiden Männer auf der ersten Missionsreise, die sie gemeinschaftlich machten. Wahrscheinlich abgeschreckt durch die großen Schwierigkeiten, verließ er die Apostel in Perge in Pamphylien. Von Paulus darum als Begleiter bei der zweiten Missionsreise zurückgewiesen, ging er mit Barnabas allein nach Zypern.

Wie es scheint, hat er sich von Zypern nach Alexandrien begeben, etwa ums Jahr 54 n. Chr. Denn nach der Tradition war er Bischof daselbst „bis zum achten Jahr des Nero“, in dem er den Anianus als seinen Nachfolger einsetzte und nach Rom ging. Mittlerweile hatte auch der hl. Paulus offenbar wieder besser von ihm denken gelernt. Denn als Paulus aus seiner ersten Gefangenschaft in Rom den Kolosser- und Philemon-Brief schrieb, bestellte er darin von Markus als seinem Mitarbeiter Grüße an die Adressaten genannter Briefe, auch stellte er eine Sendung des Markus nach Kleinasien in Aussicht. Diese Reise scheint Markus im Jahre 64 angetreten zu haben, wenigstens befand er sich in Kleinasien zur Zeit der zweiten römischen Gefangenschaft Pauli. Denn da gibt Paulus an Timotheus den Auftrag, den Markus mit nach Rom zu bringen.

Später soll er in Alexandrien des Martertodes gestorben sein. Die Kirche feiert sein Fest am 25. April. Die Reliquien des Heiligen sind der Tradition zufolge zwischen 813 und 820 von Alexandrien nach Venedig gekommen und über denselben wurde 976-1071 der weltberühmte St. Markusdom erbaut.

Kirchengebet

O Gott, Du hast Deinen heiligen Evangelisten Markus mit der Gnade, das Evangelium zu verkünden, ausgezeichnet. So bitten wir Dich denn: gib, dass wir stets durch seine Unterweisung im Guten gefördert und durch seine Fürbitte beschirmt werden. Durch unsern Herrn.
 


Quellen:

  • Schuster u. Holzammer, Handbuch zur Biblischen Geschichte
  • Schott, Römisches Messbuch