13. Februar - Hl. Katharina von Ricci, Dominikanerschwester 

Die heilige Katharina von Ricci war aus der adeligen Familie dieses Namens zu Florenz in Italien im Jahre 1522 geboren.  

Schon als Kind zeigte sie Spuren der künftigen Heiligkeit, beherrschte die natürlichen Neigungen und folgte den Regungen der Gnade in allen Tugenden. Allen Spielen und Vergnügungen der Jugend abhold, fand sie ihre Freude am Gebet und an der Übung von Liebeswerken, wie sie ihrem Alter angemessen waren. Ihr Vater ließ sie im Kloster Monticelli, wo ihre Base Nonne war, erziehen. Hier kostete sie die Süßigkeit des geistlichen Lebens, und danach ging ihr heißes Sehnen.

Als sie der Vater mit einem reichen und edlen Jüngling verehelichen wollte, bat sie ihn auf den Knien, sie von Jesus, ihrem göttlichen Bräutigam, doch nicht zu trennen, und ihr den Eintritt in ein Kloster zu gestatten. Erst nach langem Flehen und heißen Kämpfen erhielt sie im 14. Lebensjahr die Erlaubnis, zu Prato, einer Stadt in der Toscana, in das Kloster der Dominikanerinnen einzutreten. Dort war ihr Oheim der Beichtvater. Ihren Taufnamen Alexandrina vertauschte sie nun mit dem Namen Katharina.

Als Novizin führte Katharina, wie die Bulle ihrer Heiligsprechung bezeugt, ein engelgleiches Leben der Liebe zu Gott, der Reinheit und demütigsten Selbstverleugnung. Sie verrichtete die niedrigsten Arbeiten des Klosters mit größter Freude und Bereitwilligkeit, wobei sie aber beständig mit Gott vereinigt blieb. Zuerst Novizen-Meisterin, musste sie dann im 25. Jahr ihres Lebens, obwohl wider ihren Willen, das Amt der Priorin des Klosters übernehmen, welches sie auch bis an das Ende ihres Lebens mit Weisheit zur allgemeinen Zufriedenheit aller Untergebenen verwaltete. Sie regierte diese mehr mit ihrem Beispiel, als mit Worten und führte sie auf solche Weise zu hoher Vollkommenheit. In jeder Tugend leuchtete sie ihnen vor. Für sich selbst hatte sie Jesus den Gekreuzigten zum Vorbild aller Tugenden erwählt. Dieser war der einzige Gegenstand ihrer Liebe. Ihn liebte sie mit ungeteiltem Herzen. Bei dem oftmaligen Anblick seines Bildes wurde ihr Herz durch die Erinnerung an seine Leiden zur Liebe der Leiden bewegt. Die Geheimnisse des Lebens, Leidens und Sterbens Jesu Christi waren der tägliche Gegenstand ihrer Betrachtung.

Von dem 22. Jahre ihres Alters an geschah es wöchentlich, dass, sobald sie am Donnerstagabend anfing, das Leiden Christi zu betrachten, sie sogleich auch außer sich kam und bis auf den Abend des folgenden Tages in solcher Entzückung verharrte. Während dieser Zeit wurde ihr die ganze Geschichte des Leidens Christi vorgestellt und sie empfand einen Teil jener Schmerzen, welche Christus einst in seinem bitteren Leiden gefühlt hatte. Außerdem schickte ihr Gott der Herr verschiedene langwierige und höchst schmerzhafte Krankheiten zu. Dennoch konnte ihr Verlangen, Christo zuliebe vieles zu leiden, nicht gesättigt werden. In den größten Schmerzen munterte sie sich durch Anschauung des Gekreuzigten auf und stärkte sich durch den Empfang der heiligen Kommunion. Man hat öfter gesehen, wie ihr Leib nach empfangener heiliger Kommunion mit himmlischem Glanz umgeben oder von der Erde in die Höhe erhoben wurde. Ihren Untergebenen suchte sie eine gleiche Liebe und Andacht, sowohl zum Allerheiligsten Sakrament, als zu dem bitteren Leiden und Sterben Jesu Christi einzuprägen.

Das geistliche und leibliche Wohl ihrer Mitschwestern lag ihr stets am Herzen. Wenn eine derselben krank lag, so wich sie fast niemals von ihrer Seite und erzeigte derselben alle erdenklichen Liebesdienste. Ihrem Leib allein wollte sie nichts gestatten, was ihm zum Vergnügen dienen konnte; ja sie behandelte ihn als ihren ärgsten Feind, indem sie denselben mit Geißeln und Bußgürteln, mit Hitze und Kälte, mit langem Wachen und strengem Fasten zu züchtigen pflegte. 48 Jahre lang gönnte sie demselben nichts anderes als Brot und Wasser zur Nahrung und kaum drei Stunden zur nächtlichen Ruhe. Katharina erhielt von Gott die Gaben der Weissagung und der Krankenheilung.

Die seligste Jungfrau erschien ihr einst mit dem göttlichen Kind und reichte ihr dasselbe zur Umarmung dar. Christus der Herr selbst zeigte sich ihr öfter und redete mit ihr auf das liebreichste. Der göttliche Heiland drückte ihr auch die fünf heiligen Wundmale in ihre Hände, Füße und Seite ein und setzte ihr eine Dornenkrone auf das Haupt. Als sie einmal vor dem Bild des Gekreuzigten betete, löste er seine Arme vom Kreuz ab und umfing sie. In einer anderen Erscheinung steckte er ihr einen Ring an den Finger zum Zeichen der schon zuvor geschehenen geistigen Vermählung. Alle diese Gnaden, so außerordentlich sie auch waren, suchte sie voll heiliger Demut sorgsamst zu verbergen.

Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass der Ruhm von ihrer Heiligkeit und den gewirkten Wundern allenthalben sich ausbreitete. Zahlreiche Menschen, unter denen auch hohe geistliche und weltliche Standespersonen waren, kamen zu der heiligen Priorin, um entweder einen Rat in verschiedenen Anliegen zu suchen oder durch ihre Fürbitte Gnade von Gott zu erlangen. Katharina fiel dieses unerträglich - daher begehrte sie von Gott auf das inständigste, er wolle mit so großen bis dahin ihr verliehenen Gnaden einhalten oder wenigstens dieselben vor den Augen der Welt verborgen halten. Gott erhörte ihr Gebet, ja er ließ sogar zu, dass die Heiligkeit seiner Dienerin von einigen für ein verstelltes Verhalten angesehen wurde. Auch dieses so peinvolle Leiden ertrug die heilige Jungfrau, wie die übrigen Bitterkeiten, mit unermüdlicher Geduld.

Doch Gott ließ sie nicht ohne Trost. Der heilige Philipp Neri, welcher damals zu Rom so fromm lebte, ehrte die heilige Katharina so hoch, dass er mit ihr einen Briefwechsel unterhielt. Einmal sah er sie in einer Verzückung zu Rom gegenwärtig vor sich und besprach sich mit ihr aus besonderer Begünstigung Gottes.

Der Vorbote des sich nahenden Hinscheidens dieser getreuen Dienerin Gottes war eine schmerzhafte Krankheit. Nach Empfang der heiligen Sakramente vertiefte sich die heilige Jungfrau ganz in Betrachtung des Gekreuzigten, dessen Bildnis sie beständig in ihren Händen hatte. Sie verlangte endlich mit Christus am Kreuz zu sterben, streckte ihre Arme aus, rief zu ihrem Heiland und verschied so am Fest Maria Lichtmess, den 2. Februar 1589.

Die heilige Maria Magdalena von Pazzi, welche damals zu Florenz lebte, sah in einer Entzückung, wie die heilige Katharina in Begleitung einer großen Menge von Engeln verklärt in das himmlische Jerusalem einzog. Viele nach dem Tod der heiligen Katharina erfolgte unleugbare Wunder bezeugten der ganzen Christenheit, wie mächtig ihre Fürbitte bei Gott dem Allerhöchsten sei. Katharina wurde vom Papst Clemens XII. 1732 selig – und von Benedikt XIV. 1746 heiliggesprochen - dieser bestimmte als ihren Verehrungstag den 13. Februar.
 


Quelle:

P. Wilhelm Auer, Leben der lieben Heiligen Gottes