1. April - Hl. Hugo, Bischof von Grenoble

Der heilige Hugo, Bischof von Grenoble, wurde in Frankreich unweit der Stadt Valence als Kind adeliger und frommer Eltern im Jahre 1053 geboren.

Hugo zeigte in seinen jungen Jahren ein Verlangen, Gott dem Herrn eifrig zu dienen und in den schönen Wissenschaften unterrichtet zu werden. Er erhielt in der Stadt Valence ein ansehnliches Kanonikat, welches ihm den Weg zu noch höheren geistlichen Würden bahnte.

Damals hielt sich zu Valence ein päpstlicher Abgesandter und Kardinal auf, der ebenfalls den Namen Hugo führte. Als dieser die Tugenden und Geschicklichkeit des heiligen Hugo erkannte, nahm er ihn mit sich als seinen Reisegefährten nach Avignon, um sich seines Rates in wichtigen Geschäften zu bedienen. Bald nach ihrer Ankunft erschienen einige Stiftsherren von Grenoble und baten den päpstlichen Gesandten, er möge ihnen Hugo zum Nachfolger ihres verstorbenen Bischofes geben. Der Gesandte willigte ohne Anstand ein und führte den heiligen Hugo trotz seines Widerstrebens mit sich nach Rom. Hier ward er vom Papst Gregor VII. selbst zum Bischof geweiht und begab sich nun in sein Bistum Grenoble. Dasselbe fand er in größer Unordnung, Geistliche wie Weltliche so verkehrt, dass er nicht wusste, wie hier Zucht und Ordnung herzustellen wäre.

Da flehte der Heilige Tag und Nacht mit Tränen und Fasten den Herrn um die Gnade an, dass er die ihm anvertrauten verirrten Schafe auf den rechten Weg bringen könnte. Alles bot er hierzu auf, alle Opfer brachte er hierfür zwei Jahre lang, und doch schien alle Mühe vergebens.

Da entfloh er heimlich in das Kloster La-Chaise-Dieu und nahm das Ordenskleid des heiligen Benedikt. Schon war das Probejahr zu Ende, da ward ihm von Rom aus befohlen, in sein Bistum zurückzukehren und für die ihm übergebene Kirche Sorge zu tragen. Der heilige Hugo gehorchte und fing auf das Neue an, mit Predigen, freundlichem Zusprechen, nachdrücklichem Ermahnen alle zur Besserung ihres Lebens anzuhalten.

Er gewann endlich die Herzen seiner Untergebenen und leitete sie zu allem Guten mit Erfolg.

Drei Jahre waren bereits nach seiner Rückkehr verflossen, da kam der hl. Bruno mit seinen sechs Gefährten zu ihm und verlangte in dem Bistum desselben einen Platz, wo er mit den Seinigen in stiller Ruhe Gott dienen und ein Leben der Buße führen könnte. Der heilige Hugo wies ihm eine überaus raue Wildnis, die Karthause genannt, an.

Von diesem Ort erhielten in der Folge die Mitglieder des von dem heiligen Bruno gestifteten Ordens den Namen Karthäuser. Dahin begab sich der heilige Bruno, und der heilige Hugo leistete ihm allen Beistand zu seinem großen Werk und befolgte als Bischof dessen Lebensweise.

Im Übrigen war der heilige Hugo ein Beispiel in allen Tugenden, die man von einem Bischof verlangen kann: unermüdlich in allen geistlichen Verrichtungen, liebreich gegen alle, besonders gegen die Armen, geduldig in Verfolgungen und Widerwärtigkeiten, ein Feind aller Laster, besonders jener, welche der standesgemäßen Reinheit zuwider sind.

Kein ungebührliches Wort durfte man in seiner Gegenwart vorbringen, denn er pflegte zu sagen, er sehe nicht, wie man ohne unreine Gedanken sein könne, wenn man dergleichen Worte rede, oder anhöre, oder wenn man dem Vorwitz der Augen zu viel nachgebe.

Trotz allen Eifers in der Hut seiner Herde, trotz seines wahrhaft heiligen Lebens hielt sich der demütige Diener Gottes des bischöflichen Amtes für unwürdig und bat den Papst wiederholt, dasselbe niederlegen zu dürfen. Aber dies ward ihm erst in seiner letzten Krankheit gestattet, als ihm die heftigen Kopfschmerzen das Gedächtnis dergestalt schwächten, dass er nicht einmal mehr seine vertrautesten Freunde beim Namen rufen konnte. Zur Zeit der letzten Krankheit nahmen die gotteslästerlichen Versuchungen zu, womit er vierzig ganze Jahre lang geplagt worden war. Anfangs betrübte er sich deswegen sehr, aus Furcht, Gott zu beleidigen. Da tröstete ihn der Papst Gregor mit den Worten: Gott der Herr lasse solche zu seinem Besten zu, und ermunterte ihn zu einem großen Vertrauen auf Gott. Ermutigt durch solche Zusprache, stritt er nun wider dieselben ohne Kleinmut oder Zaghaftigkeit und verharrte in Geduld und Vertrauen, bis er im 80. Jahr seines heiligen Lebens und im 52. seines bischöflichen Amtes am 1. April 1132 eines seligen Todes starb.
 


Quelle:

  • P. Wilhelm Auer, Leben der lieben Heiligen Gottes